31 Dezember 2007

Wehr Silvesterlauf 2007


Wehr - Romantischer Rundweg um den Laacher Kopf?


In der Streckenbeschreibung für den Silvesterlauf in dem kleinen Eifelort Wehr in der Nähe des bekannten Laacher Sees heißt es u.a. wörtlich „ 4, 7 km romantischer Rundweg um den Laacher Kopf auf Feld und Waldwegen mit Ausblick zum Laacher See, Siebengebirge, und Burg Ölbrück.“

Ich glaube kaum, dass irgendeiner unser zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder die Romantik dieser Strecke, und auch den versprochenen Ausblick so richtig gewürdigt haben.

Schuld hieran ist der in der Streckenbeschreibung diskret nicht angesprochene äußerst „unromantische“ Anlauf bis zum Erreichen des Ausgangspunktes des romantischen Teiles der Strecke.

Dieser beginnt nämlich erst bei fast Laufkilometer 5, und nach Beendigung der herrlichen Waldrundtour gibt es einen nicht minder gewaltigen 3 km langen Abgang (besser wäre sicherlich „Ablauf“) bis zum Ziel in der Mitte des Ortes.

Einigen unserer Laufkameraden, die sich nur wohlfühlen, wenn genügend Steigungen vorhanden sind, wie meines Wissens u.a. Jessica, Ingo und Rudi, hat die Strecke sicherlich
gut gefallen.

Diejenigen, dazu gehöre ich leider auch, die vielleicht paar Pfunde zuviel mit sich rumschleppen, bedeuteten die vier vorhandenen Steigungen ( bis 6,7 %) doch eine deutliche Herausforderung.

Unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten kann mein Laufbericht nur meine persönlichen Eindrücke vermitteln.

Ingo hatte in einer der letzten Trainingseinheiten gemeint, unter 1 Stunde sollte doch für mich kein Problem sein. So hatte ich mir dann dieses Zeitziel gesetzt.

Bei meinem ersten Start vor 2 Jahren musste ich auf allen Steigungen noch Gehpausen einlegen, damit mein Puls noch im annehmbaren Bereich blieb. Dieses sollte heute nicht notwendig sein. Daher lief ich mich ausgiebig mit Rudi warm, eine große Runde um die Kirche, über den Friedhof von Wehr und wieder zurück.

Beim Startschuss reihte ich mich weiter hinten ein. Irgendwie dachte ich, du hast ja einen Chip, Du kannst keine Zeit verlieren. War natürlich ein Denkfehler. Eine Zeitmessung erfolgte lediglich beim Zieleinlauf.

Nach Erreichen der letzten Häuser von Wehr ging es nach ca. 500 m auf einer Strecke von 1 km mit fast 7 % Steigung den Hügel hoch. Um nicht in Versuchung zu geraten ein zu hohes
Anfangstempo anzugehen, lief ich alleine, um meinen eigenen Laufrhytmus zu finden.

Auf der leicht abfallenden Strecke bis zur Autobahnbrücke hin konnte sich mein Puls wieder erholen. Die leichte Entspannung war dringend notwendig, denn es ging unter der Autobahnbrücke hindurch direkt wieder 700 m mit 5 % Steigung aufwärts. Nach einem kleinen Gefällestück von ca. 600 m erreichte ich dann nach einer fast 1 km langen leichten Steigung den höchsten Punkt der Strecke am Waldesrand.

Zu meinem Staunen holte ich Anette und Hans-Dieter ein, als es dann in den Wald ca. 800 mtr. mit 5 % Gefälle bergab ging. Sie schienen den Lauf eher als Trainingslauf zu betrachten, denn sie liefen für ihre Verhältnisse meines Erachtens verhalten. Nach den km-Zeiten war ich ungefähr im 6er Schnitt unterwegs, also eigentlich gut in meinem Zeitplan.

Schließlich kamen wir am tiefsten Punkt der Waldstrecke an, nun ging es wieder 600 mtr. mit 6,6 % Steigung bergan. Der Waldboden war durchnässt, aber eigentlich noch gut zu laufen.

Dies änderte sich, nachdem wir unsere Runde um den Laacher Kopf beendet hatten, und auf einem parallel zum Wald befindlichen Feldweg wieder zum Ausgangspunkt Richtung Wehr zurückliefen. Der Matsch klebte an den Schuhen, jeden Moment drohte ich auszurutschen. Immer den Blick auf die Bodenverhältnisse vor mir ging es mit leichtem Gefälle bergab.

Schließlich kurz vor der Erreichung des Abzweiges wieder zurück zum Ort, hörte ich hinter mir die Stimme von Ursel, einer Laufkameradin aus meiner früheren Laufgruppe. Sie war auf den letzten Anstiegen von innen auf mich aufgelaufen.

Gemeinsam liefen dann wir dann die Strecke wieder zurück. Nachdem wir dankbar und voll
Begeisterung den ersten Kilometer vor Erreichen der Autobahnunterführung bergab liefen, ging es dann wieder bergan. Es war eigentlich nur ein leichter Anstieg, der für meine Begriffe nicht mehr enden wollte. Ursel hatte mich schließlich überholt. Ich bemühte mich dranzubleiben, was mir sehr schwerfiel.


Endlich waren wir oben, und es ging wieder stark bergab. Nach einer kurzen Erholungsphase machte ich dann Tempo. Ich hatte mit Blick auf meine Uhr festgestellt, dass ich immer noch in der Zeit lag, aber trödeln durfte ich nicht.

Jessica kam mir auf dem Weg zum Ziel bereits entgegen und feuerte mich nochmals an, was mich beflügelte den letzten Kilometer nochmals zu beschleunigen.



Dabei hatte ich mich allerdings ein bisschen verschätzt, ebenso hatte ich die leichte Steigung
bis zum Zieleinlauf leider nicht berücksichtigt. Kurzum, die letzten 300 mtr. war ich bereits ziemlich platt. Mit letzter Kraft lief ich dann durchs Ziel. Ein kurzer Blick auf meine Uhr zeigte mir, dass es mit der Stunde eine knappe Angelegenheit war. Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigte mir dann, dass ich um 25 Sekunden meine Zielzeit verpasst hatte.
Vielleicht hätte ich mich direkt hinter die Cracks beim Start stellen sollen, und dadurch diese
Sekunden eingespart.

Fazit zu diesem Silvesterlauf allgemein:

Auch in diesem Jahr haben die Teilnehmer wieder zugenommen. Gründe hierfür sind die abwechslungsreiche und doch anspruchsvolle Strecke, die gute Organisation, und nicht zuletzt die wirklich hervorragenden Verpflegungsangebote außerhalb der Strecke, und das nicht zu überbietende Angebot an Kuchen und Süßspeisen.

Fotos und Diashow:

Wehr Silvesterlauf 2007

11 November 2007

Neuwieder Stadtlauf 2007




11.11.07 Bombenalarm in Koblenz - Stadtlauf 10 km in Neuwied – Beginn der Karnevalsession - alles an einem Tag, nicht schlecht!
Um 11 Uhr fahr ich wegen der Sperrung der B9 über die rechte Rheinseite nach Neuwied.
Regen klatscht auf die Windschutzscheibe, es ist sehr windig. Ein richtiges Sch…. Wetter!
Später verkünden die Veranstalter, 100 Vorangemeldete haben sich entschieden, es sich lieber daheim gemütlich zu machen. Aber es sind immer noch mehr als 500 Teilnehmer, die bei dem nassen regnerischen Sonntag an den Start gehen.

In Neuwied angekommen, weisen kleine grüne Schilder den Weg zum Stadtlauf. Da rechts in das Parkhaus rein. Da kommen mir schon einige Läufer entgegen, die sich bereits warmlaufen. Vermute mal, für den 5 km Lauf. Der 10 km Lauf beginnt ja erst in 1 Stunde.

In dem Eingangsbereich der Festhalle „Heimathaus“ hole ich mir die Startnummer mit dem eingebauten Chip, 5 € Leihgebühr! Von unserem Verein treffe ich dann an einem Tisch im Saal Günter, Petra (Itschert-Rasch), Michael (Braun), und Ingo. Letzterer sucht nach Jessica, die schließlich auch irgendwann auftaucht. Weiterhin starten noch für Meddys LWT Silke, Petra (Heilmann), Michael (Herbst) und Bernd.

Auf geht’s zum Warmlaufen! Die alte Frage ist wieder: Was ziehe ich noch drüber, oder was ziehe ich aus? Wird’s stark regnen? Was macht der Wind? So ganz traue ich mir dann doch nicht, und ziehe über ein dünnes Langarmshirt noch ein zweites Shirt drüber. Das muß reichen. Es ist doch immer wieder interessant. Im Prinzip kannst Du bei 90 % der Läufer an den Klamotten erkennen, wie schnell sie laufen! Könnte man sich eigentlich bald das Laufen sparen! Wenn Du 20 min über 10 km läufst, könntest Du bequem jederzeit mit freiem Oberkörper laufen. Kommt eigentlich nicht so häufig vor!

Schnell noch Jens, der heute als Zuschauer vor Ort ist, meine kleine Kamera in die Hand gedrückt, in der Hoffung, dass er zwischendurch paar schöne Fotos machen kann. Und ab geht’s.

Diesmal nehme ich das Warmlaufen sehr ernst. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich mind. 10 min. brauche, um auf Betriebstemperatur zu kommen, um direkt mit dem angestrebten Tempo loslaufen zu können. So laufe ich die lange Start-Ziel Gerade mehrmals auf und ab.

Somit stehe ich 12.30 schon gut „angeschwitzt“ am Start, und habe mir fest vorgenommen im 5er Schnitt eine Zeit möglichst unter 52 min zu erreichen.

Wir haben Glück mit dem Regen. Erst gegen Ende des Laufes regnet es ein bisschen, dafür war der Wind teilweise an einigen Ecken doch heftig. Am Anfang finde ich immer noch jemand, den ich als Windschutz nutzen konnte. Auf den letzten Kilometern laufe ich allein, die einen sind mir zu langsam, die anderen zu schnell. Außer Ingo, der irgendwann zur Überrundung an mir vorbeiläuft, habe ich während des Rennens keine der übrigen Lauffreunde gesehen.

Das mit dem 5er Schnitt gelingt mir nur die ersten 3 Runden. Nach 6 km sagt die Uhr genau 30 min. an. Auf den letzten beiden Runden muss ich tatsächlich langsamer geworden sein, ich komme bei knapp unter 50 min auf die lange Zielgerade. Und die zieht sich, und will nicht mehr aufhören.

Mensch, das ist doch kein Marathon! Das sind doch „nur“ 10 km. Aber dafür
auch ein bisschen schneller. Zieleinlauf 52,27 min! Wenn auch nicht unter 52 min, so ist es zumindest schneller als meine bisherige Bestzeit von 52.53, mein Minimalziel habe ich damit erreicht. Da ich in den letzten Monaten kaum Tempotraining gehabt habe, bin ich zumindest nicht langsamer geworden. Ist doch auch ein Erfolg!

Nach dem Lauf treffe ich mich mit Rudi Schorn im Saal, der mir freudig verkündet, er wäre jetzt auch Vereinsmitglied. Auf die freudige Überraschung hole ich mir erstmal ein Erdinger-Weißbier. Ingo und Jessica kommen zu uns an den Tisch. Mit Spannung warten wir auf die
Ergebnisse, besonders auf das von Jessica. Tatsächlich kommt sie in ihrer Altersklasse mit 43:04 auf einen tollen zweiten Platz. Jetzt bin ich endlich mal dabei, da klappt meine Kamera nicht, und ich kann Sie bei der Preisverleihung nicht fotografieren. Schade.

Inzwischen stellen wir uns langsam die Frage, ob auch in Koblenz immer noch „Bombenstimmung“ herrscht, und gemeinsam treten wir die Heimfahrt an. Die Strassen sind immer noch gesperrt. Auf der Südbrücke ist Stau in Richtung Vorstadt, fahre einfach geradeaus über den Kühkopf an unserer Laufstrecke zum Hasenberg vorbei und freue mich endlich die Mainzer Strasse zu erreichen, um zu Hause die Beine endlich hoch legen zu können.

Resümee: Der Neuwieder Stadtlauf hat Atmosphäre, durch Verbindung mit dem Rhein-Wied Cup auch immer eine gute Beteiligung ( auch bei schlechtem Wetter). Die flache Strecke im Stadtzentrum empfinde ich allerdings als ziemlich eintönig. Das liegt daran, dass ich ungern wie ein Hamster im Kreis laufe. Es sind ja wenigstens nur 5 Runden.
Fotos:

14 Oktober 2007

Drei-Brückenlauf Bonn



Am Sonntag früh fahren Antje und ich auf getrennten Wegen nach Bonn um an einem „ nicht normalen“ Volkslauf teilzunehmen, dem Drei-Brücken-Lauf in Bonn, der bereits seit 20 Jahren stattfindet. Hier ist kein Startgeld zu zahlen. Die Läufer zahlen freiwillige Spenden zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe.

Seit 1997 wurden bisher 42.000 € Reinerlös erzielt. Es besteht allerdings auch ein begrenztes Teilnehmerlimit von 1000 Personen. Ich bin zu spät gewesen, so habe ich mich entschieden „schwarz“ mitzulaufen, da keine Nachmeldung möglich ist.

Um 9.00 startet bereits der 30 km Lauf. Die Sonne scheint schon, es ist strahlend blauer Himmel, allerdings noch ein bisschen kühl.

Nachdem Antje und ich schon den Start über 30 km verpasst haben, startet sie bereits 20 min später über die 10 km. Da ich auf so einer Art Verkehrsinsel direkt vor dem Start stehe, kann ich diesen schön beobachten und fotografisch festhalten.

In der ersten Startreihe stehen 2 mit Nadelstreifenanzügen bekleidete Männer und warten ungeduldig auf den Startschuss. Dann stürmen die Läufer links und rechts an mir vorbei auf die Strecke. Antje habe ich gar nicht mehr wahrgenommen.

Ab ans Auto, umziehen, Kamera weg und an den Start für die 15 km. Vor dem Start treffe ich noch meine alten Lauffreunde Helmut, Ursel, Elke und Rudi, die sich auch alle für diesen Lauf entschieden haben.

Nach dem Start unterhalte ich mich noch einige Minuten mit Rudi über Gott und die Laufwelt, dann verabschiedet er sich nach vorne zu Helmut, der bereits vorausgeeilt ist. Von da an laufe ich mein Rennen allein unter fremden Gesichtern.

Landschaftlich sehr reizvoll bei diesem schönen Herbstwetter laufen wir am Beueler Rheinufer entlang , eine leichte Steigung führt auf die Südbrücke (Konrad Adenauer Brücke) auf die Bonner Seite.

Von der Brücke biegen wir rechts ab in die gerade zu dieser Jahreszeit in allen Farben leuchtenden Parkanlagen hinab ans Rheinufer. Es wird langsam wärmer, ich bin froh ,dass ich relativ dünn gekleidet unterwegs bin. Zwei Brücken sehe ich vor mir, die erste Brücke, die Kennedybrücke, führt auf die Beueler Seite zurück. Hier biegen die 10 km Läufer bereits ab in Richtung Ziel. Ich muss weiter am Rheinufer entlang laufen.

Neugierig werden wir von vielen Touristen beobachtet, die bei dem schönen Wetter ebenfalls schon die Rheinufer bevölkern. Schließlich führt uns der Weg nach links ab, leicht aber stetig ansteigend geht es in einem großen Bogen hoch zur Friedrich-Ebert Brücke und dann über den Rheindamm Richtung Ziel. Die Strecke zieht sich. Ich versuche nochmals durch eine langgezogene Tempobeschleunigung Zeit gut zu machen.

Schließlich sehe ich endlich die Kennedybrücke. Rechts dahinter noch einen Bogen laufen, noch einen kleinen Spurt und dann laufe ich relativ flott durchs Ziel. Die Frage nach meiner Startnummer habe ich mit undeutlichem Gemurmel beantwortet. Ein kurzer Blick auf meine Uhr ergibt eine Zeit von 1:23. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit der Zeit. Rudi und Helmut waren bereits einige Minuten vor mir im Ziel in in 1:19 sowie 1.20. Paar Minuten
später nach 1: 29 laufen Elke und Ursel gemeinsam durch den Zieleinlauf.

Antje steht schon vollständig geduscht und umgezogen da , und begrüßt uns mit mehreren Flaschen alkoholfreiem Erdinger im Ziel. Sie hat eine Zeit von 49:23 erzielt, und ist ganz aus dem Häuschen, als sie auf der später überreichten Urkunde sieht, dass sie sogar erste in ihrer Altersklasse geworden ist. Ich brauch wohl nicht zu erwähnen, dass wir von Kaffee und Kuchen ( insbesondere von letzterem, zumindest was mich betrifft ) nach der Zielverpflegung reichhaltig Gebrauch machen.

Resumee: Der Dreibrückenlauf in Bonn hat uns sehr gut gefallen, die Organisation ist prima,
die Strecke ist schön. Vor allem als Marathontraining z.B. für Frankfurt oder New-York ist der 30 km Lauf zu empfehlen. Die Bestzeiten für die Strecken bei den Herren betragen im übrigen bei 10 km 32,38 und 30 km 1:40:49 (Brahim Chalgoum noch als M20), ist schon paar Jahre her.

Dreibrückenlauf 2007

30 September 2007

Berlin Marathon 2007


30.9.07 Berlin.-Marathon, 6 Uhr morgens, noch 3 Stunden bis zum Start. Mit Antje zusammen will ich am größten Marathon auf deutschem Boden als Vereinsmitglied von Meddys LWT teilnehmen. Heute gibt es erst ab kurz vor 7 Uhr Frühstück in unserer kleinen Pension Hotel Korfu direkt gegenüber der Gedächtniskirche am Kurfürstendamm in Charlottenburg. Obwohl mitten im Zentrum, liegen die Zimmer so ruhig, dass wir gut ausgeschlafen sind. Es ist noch kühl draußen, es regnet aber nicht mehr.


Nach kurzem Frühstück gehts Richtung Start. Aber welchen Weg nehmen wir? In der Teilnehmerinformation werden die Wege von 4 Bahnhöfen aus beschrieben, wer ist denn von uns am besten zu erreichen? Nach kurzem Studium der U-Bahnkarte entscheiden wir uns mit der U2 Richtung Pankow bis zum Potsdamer Platz zu fahren. Nachdem wir in der U-Bahn sitzen brauchen wir uns um den weiteren Weg keine Gedanken mehr zu machen. An jeder Station steigen weitere Läufer zu, und wahre Menschenmassen fließen aus der Bahnstation am Potsdamer Platz durch die Ebertstrasse rechts des Tiergartens Richtung Brandenburger Tor. Vor dem Brandenburger Tor befinden wir uns bereits im Start- und Zielbereich. Ein schräg verlaufender Weg durch die Grünanlagen führt uns kurz auf den sog. Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude. Im hinteren Bereich dieses Platzes befinden sich schon die Kleiderablage für die Männer. Die der Frauen befinden sich weitab hiervon. Antje und ich trennen uns, und verlieren uns im Gewühl. Bis zum Ziel sollten wir uns nicht mehr wiedersehen. Sicherheitshalber hatten wir als Treffpunkt schon mal den Familien-Sammelpunkt mit Buchstaben A vereinbart. Nachdem ich zunächst nach meiner Kleiderablage vergeblich versuche, meine Laufpartnerin wiederzufinden, entscheide ich schließlich mich alleine zum Startblock H zu begeben, der für die langsameren Läufer ab 4.15 h vorgesehen ist. 40 000 Läufer stehen dicht gedrängt auf der Straße des 17.Juni.



Die Stimmung vor dem Start ist gespannt. Alle erwarten, dass es endlich los geht. Viele werfen vorzeitig ihre gelben Plastikumhänge weg. Dem einen oder anderen wird es bereits zu kalt. Endlich gehts los.



Rockmusik ertönt aus großen Lautsprechern und heizt die Stimmung an. Das berühmte Foto vom Berlin-Marathon mit der Siegessäule im Hintergrund habe ich in voller Realität vor mir. 9-8-7-6-5-4-3-2-1 Dann gehts los. Der Riesen Lindwurm setzt sich schwerfällig in Bewegung.

Da ich im letzten Moment noch mal auf ein Dixi-Klo gehe, laufe ich ziemlich am Ende des Feldes.

Eigentlich hege ich keine großen Erwartungen hinsichtlich eines Zeitzieles , da wegen einer Verletzung mehrere Wochen eine vernünftigeMarathonvorbereitung nicht möglich war. So hatte ich mich realistisch lediglich auf Ankommen eingestellt. Aber insgeheim wollte ich zumindest nichts unversucht lassen, um die 4:30 Grenze zu schaffen.

Die ersten beiden Kilometer geht es an der Siegessäule vorbei weiterhin die Straße des 17.Juni entlang. Am Ernst Reuter Platz biegen wir rechts in die Franklin Strasse ein, und laufen über die erste Spree-Brücke Richtung Moabit. In der Nähe des berühmten Knastes von Moabit ist bei Kilometerstand 5 der erste sog. Erfrischungspunkt. Ich sehe auf meine
Uhr 31.42 min, bin somit mit 6:20 km/min. gut in der Zeit.
Kurz danach kommen wir an Bundeskanzleramt und Reichstag vorbei.
Unterwegs bekomme ich Gesellschaft. Michael aus Polch spricht mich plötzlich von hinten an, als ich vorbei laufe. Das blaue Meddy Trikot mit der Aufschrift "Mit Meddy zum Eck" hat ihn aufmerksam gemacht.

Sein erster Marathon sei der erste Mittelrhein-Marathon gewesen, den hätte er erfolgreich beendet. Herzlich Glückwunsch, sage ich, dann dürfte das ja heute kein Problem sein, in Anbetracht der doch für Läufer idealen
Temperatur von ca. 14 Grad. Der erste Mittelrhein-Marathon war ja bekanntlicher Weise ein Hitzemarathon. Das Trio wird vervollständigt durch Ute aus Siegburg. Sie ist zwar mit 30 Mann angereist, aber sie hat alle verloren. Sie braucht ein bißchen Unterhaltung. In angenehmer Gesellschaft gehen wir die nächsten 10 - 15 km an. Die Strecke führt jetzt über die Ortsteile Berlin Mitte mit Blick auf den Fernsehturm über den Stadtteil Friedrichshain hinein nach Klein-Istanbul, dem Ortsteil Kreuzberg, der größten türkischen Siedlung außerhalb der Türkei.

Ab und zu versuch ich zwischendurch aus dem Laufen heraus Bilder mit meiner kleinen Kamera zu schießen, merke aber schnell, dass das Anhalten und dann wieder hinterherlaufen doch zu viel Kraft kostet, und lasse es schlussendlich bleiben. Dafür wird viel erzählt unterwegs, die Zeit vergeht wie im Fluge. Schließlich passiert es. Bei dem Verpflegungsstand am Hermannplatz bei km Stand 16 verlier ich meine neuen Freunde und bin seitdem wieder allein auf Achse. Immer noch laufe ich konstant ca. 31 min.Halte ich dieses Tempo annähernd, müßte ich die 4:30 locker schaffen. Es sind einige gute Music acts am Wegesrand, die dort für gute Stimmung sorgen. Ob Blasorchester, Bongotrommeln, Rockmusik, es ist alles vertreten.
Von New York her kenne ich das Anfeuern der Läufer durch Nennen des Namens, den jeder Läufer auf seiner Startnummer trägt. Hier in Berlin ist diese aber so klein gedruckt, dass die Zuschauer den Namen oft nicht lesen können. Sowas sollte eigentlich bei einer so großen Veranstaltung besser organisiert sein.

Durch Kreuzberg zu laufen macht echt Spass. Dort höre ich die beste Musik, und man bekommt mit den vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Kneipen auch für das Auge was geboten.

Meine hinteren Oberschenkel deuten durch beginnende leichte Schmerzen an, dass gleich der Spass vorbei ist. Und tatsächlich. Nach Erreichen der Halbmarathonzeit 2: 14:29 in der Potsdamer Strasse in Schöneberg kann ich noch ca. 5 km das Tempo halten. Danach verringert sich mein Tempo
alle 5 Km jeweils um 1 min/km. Ich versuche weiterhin entspannt zu laufen. Was ich unbedingt vermeiden will, ist zu gehen, oder stehenzubleiben. Ich denke daran, dass ich irgendwo gelesen hatte, es entscheidet sich alles im Kopf. Sobald die Schmerzen beginnen, versucht der innere Schweinehund dich zum Gehen zu bewegen. Diese Überlegung wollte ich gar nicht erst aufkommen lassen.

Die Strecke verläuft jetzt durch die Ortsteile Wilmersdorf und Schöneberg am gleichnamigen früheren West-Berliner Rathaus der Stadt vorbei. Hier hat J.F. Kennedy seine berühmten Worte gesprochen:" Ich bin ein Berliner."

Schließlich erreichen wir den Wilden Eber bei km 27 . Dort soll immer die Hölle los sein, wenn die Läufer vorbei laufen. Es sind zwar viele Zuschauer dort. Aber der Funken scheint mir nicht überzuspringen. Vielleicht haben die schon ihre Energie verbraucht um Haile anzufeuern. Ich laufe schon immer ganz links mit geringem Abstand zu den Zuschauern. Dann kann ich zumindest die Kinder abklatschen, die mir ihre Hände entgegenhalten. Es macht Spass und motiviert in freudestrahlende Kindergesichter zu sehen.

Nach 32 Kilometern erreichen wir den Kurfürstendamm. Unweit entfernt ist bereits die Ruine der Gedächtniskirche für den alten Kaiser Wilhelm. Da sie nicht mehr aufgebaut wurde, wurde direkt nebenan eine neue moderne Kirche errichtet, die man im Volksmund nur Eierkarton nennt. Wenn man sie gesehen hat, weiß man wieso.

Meine Schmerzen werden stärker. In regelmäßigen Abstände nehme ich vor den Wasserstationen meine Energiegels. Gegen die muskulären Probleme in den Oberschenkel helfen die mir allerdings nicht.

Noch 10 km, es fällt mir momentan schwer zu glauben, dass ich ohne Schwierigkeiten ohne längere Gehpausen ins Ziel kommen soll.
Ich versuche die Gedanken auf andere Dinge zu lenken, z.B. auf weitere Gebäude, die man während des Laufens wahrnehmen kann, hierzu gehören nach Erreichen der Potsdamer Strasse die Nationalbibliothek, und die Philharmonie. Schließlich erkenne ich auch das nach der Wende neu erbaute beeindruckende Sony- Center am Potsdamer Platz.

Seltsamerweise läuft es plötzlich wieder besser. Ich kann relativ mühelos
das Tempo halten, sogar nach einigen Kilometern ein bißchen erhöhen. Als ich dann sogar beginne die in meinem Bereich befindlichen Mitläufer zu überholen, werde ich leicht übermütig.
Vom Potsdamer Platz laufen wir geradeaus die Leipziger Strasse und biegen schließlich in einem großen Bogen über Gertraudenstrasse und Breite Strasse in die lange Zielgerade der Strasse Unter den Linden ein.


Jetzt ist endlich Schluss mit Lustig. In der Ferne ist schon das Brandenburger Tor zu erkennen. Es sind aber immer noch 2 km. Genauso plötzlich wie das Hochgefühl vor wenigen Kilometern jetzt das Gegenteil. Meine Beine werden schwer. Mein Kopf sagt: Bleib stehen, geh wenigstens. Die paar Kilometer schaffst Du auch im Gehen! Eben hab ich noch überholt, jetzt das umgekehrte Spiel. Ich bleibe eisern. Um nur ja nicht in die Versuchung zu kommen, lass ich die letzte Getränkestation ausfallen, nur jetzt nicht in Gehen verfallen. Das einzige, was ich jetzt getrunken hätte, wäre Cola. Haben Sie nicht, also weiter.



Für die vielen Sehenswürdigkeiten an dieser Prachtstrasse habe ich im Moment keine Augen mehr. Berliner Dom, Schlossbrücke und Lustgarten, Kronprinzenpalais, oder Humboldt Universität können mich nicht mehr fesseln, nur noch eins - die Vorstellung endlich im Ziel zu sein.



Jetzt schmerzen nicht mehr nur die Beine, sondern auch die Füße. 200 m vor dem Brandenburger Tor fängts an zu regnen. Das stört jetzt auch keinen mehr. Der letzte dramatische Akt folgt . Ich laufe durchs Brandenburger Tor, sehe die Matten die von dem Chip ausgelöst werden, höre das Piepsen und drücke die Uhr. Dann sehe ich, da ist ja noch gar nicht das Ziel. Es befindet sich noch 200 m dahinter. Nochmal alle Reserven angreifen, die paar Meter kriegen wir auch noch hin.



Dann endlich der Einlauf ins Ziel. Ich reiße apathisch die Hände hoch. Und nehme mir vor, nie mehr einen Marathon zu laufen, das reicht jetzt! Spätestens bis zum nächsten Mal. Es gibt noch andere Hauptstäde. wo man Marathons laufen kann - London, Paris, Wien.



Ich gebe zu, die letzten Empfindungen hatte ich erst 1-2 Tage später, als wieder ein bißchen Gras über die Sache gewachsen ist.

Fotos und Diashow (Bild anklicken):

Berlin-Marathon 2007

27 August 2007

Hunsrück Halbmarathon Simmern 26.08.07

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Hunsrück-Marathon! Wo einst die Dampflok schnaufte, wollen heute einige hundert Läufer, Skater und Walker sich auf der alten Bahnstrecke je nach Wahl ab Emmelshausen oder Kastellaun sich in Richtung Ziel in Simmern bewegen.

Tagelang hatte ich mit mir gekämpft, ob ich es wagen sollte, trotz meines Trainingsrückstandes in Simmern zu laufen. Wegen einer Verletzung an der Hüfte bin ich in den letzen 2 Wochen nur sehr wenig, und wenn dann nur im " Schongang" gelaufen. Beim letzten Training am Dienstag wurde nur noch über den Hunsrück-Marathon gesprochen. Was soll schon passieren, hab ich gedacht, und entschieden mich am Sonntag noch für den Halbmarathon nachzumelden.

So nach und nach tauchen aus allen Richtungen Läufer und Läuferinnen
mit dem blauen Meddys LWT Shirt auf. Einige schauen ein bißchen ungläubig. Du läufst docSomit stand ich am Sonntag schon früh um 6:3o Uhr auf, um nach einem schnellen Frühstück ( Mist - Keine hellen Brötchen - Marmelade auf Vollkorn !) mich schon vor 8 Uhr auf den Weg nach Simmern zu machen. Dichter Nebel sorgte dabei teilweise für reichlich Blindflug. Ich kam schließlich um 8:30 Uhr an, fand auch schnell die Halle und sah schon ein bekanntes Gesicht. Unser Rudi mit Frau - " Hallo Franz, da hinten gerade aus links sind noch Parkplätze" gerne ging ich diesem Vorgang nach. An der Anmeldung traf ich Rudi wieder. "Ich habe meinen Chip vergessen" sagte er. Natürlich blöd. Ich füllte das Anmmeldeformular für den Halbmarathon aus. Chip Nr. angeben steht da - den hab ich doch am Schuh. Nachschauen - blöd keine Brille dabei! Auch dieses Problem läßt sich mit anderweitiger Hilfe schnell lösen.

Du läufst mit?
Da ich alle bereits über meine Wehwehchen ausgiebig informiert hatte, Hüftprobleme etc. sahen diese mich wahrscheinlich schon mit künstlichem Hüftgelenk. Ich muß ehrlich zugeben, dass ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Sofern ich evtl. Schmerzen aushalten kann, will ich unbedingt mitlaufen.

Meine alte Laufgruppe mit Helmut,Ursel, Boja, Sabine und Christa mit denen ich den 25km Lauf in diesem Jahr in Berlin sind auch da. Christa läuft Staffel-Marathon, bin mal gespannt,was sie später erzählen wird.

Wie schnell willst Du heute Laufen? werd ich gefragt. Dazu kann ich nur sagen, 6er Schnitt, schneller trau ich mich nicht - mit einer Zielzeit von ca. 2:06. Unter 2 Std. wie beim Mittelrhein-Marathon werd ich heut nicht laufen können.

Bereits ab 10.40 Uhr fahren die ersten Busse von Simmern zum Start des Halbmarathon nach Kastellaun. Dicht gedrängt ist jeder Platz in den Bussen ausgenutzt.

Wo fährt der Bus denn her, dachte ich. Das sind doch Schleichwege, durch Dörfer, deren Namen ich bisher noch nie gehört habe. Entweder fährt man über die Hunsrückhöhenstrasse oder über die A61. Aber von Kümbchen, Hasselbach und Laubach habe ich noch nie etwas gehört. Da lese ich an einer Abzweigung den Ortsnamen Horn - aha hier sind wir - und mir fällt der sog. Honiglauf vor einigen Wochen ein.

Als wir aus den Bussen am Busbahnhof in Kastellaun aussteigen, werden wir schon von Lautsprecherdurchsagen begrüßt. Der gesamte Startbereich ist abgesperrt. Auf einem LKw-Anhänger ist eine Lautsprecheranlage aufgebaut. Die bereits vor 2 Std. in Emmelshausen gestarteten schnelleren Marathonläufer passieren mittlerweile im Startbereich des Halbmarathons die 27 km Marke. Ich hatte mich bereits über die angezeigte Zeit gewundert.

Wir verbringen die Zeit bis zum Start mit dem Anfeuern der durchlaufenden Marathonis, unseren Trainer Wolfgang verpassen wir um ca. 5 Minuten verpasst. Er war zu schnell für uns. Nachdem die letzten nochmal schnell zur Toilette waren, erfolgt um 11.30 Uhr endlich der Start.

Manuela, Sonja und ich stehen beim Start zusammen in der doch dicht gedrängten Menge. Mir ist klar, dass sich dies nach dem Startschuss schnell ändert. Der Startschuss erfolgt, die Meute läuft los. Nur locker anfangen. Die ersten paar Kilometer habe ich das Gefühl wir laufen kreuz und quer durch Kastellaun, vielleicht müssen wir noch paar Kilometer "voll machen", um genau die Halbmarathonstrecke voll zu bekommen.
Sonja läuft Manuela und mir ziemlich schnell weg. Das verstärkte Tempotraining zeigt sichtbare Wirkung. Bei ihr merkte man doch das in den letzten Wochen verstärkte Tempolauftraining. Während ich gemütlich durch den Wald lief, hat sie auf dem Sportplatz oder der Wasserwerksrunde Tempo gebolzt. Dies muss sich ja irgendwann auszahlen.
Manuela und ich laufen konstant unseren 6er Schnitt, bis ich sie an einer Wasserstelle verliere. Ich lasse mir beim Trinken Zeit. Bleibe sogar stehen. Irgendwie habe ich wenig Motivation Gas zu geben, um sie einzuholen.

Die Hitze macht mir doch einiges zu schaffen, obwohl ich mir regelmäßig den Schwamm über dem Kopf ausdrücke. Als mal für paar Sekunden die Wolken die Sonne zurückhält, höre ich den spontanen Ausruf hinter mir " Ich liebe die Wolken". Wir haben bereits seit einiger Zeit den Schinderhannes Radweg erreicht und die vorhin noch relativ nah zusammen laufende Schar hat sich doch ganz schön ausein andergelaufen. Die Abstände werden größer. Manuela sehe ich noch geraume Zeit vor mir her laufen, irgendwann ist sie weg.

Leider kann ich die Ortschaften nicht auseinanderhalten, die wir durchlaufen. Angenehm überrascht bin ich von der Begeisterung, die uns von den Zuschauern überall entgegengebracht wird. Wo kommen denn die ganzen Leute her? Für einen Landschaftslauf, den man oft alleine laufen muß, ist hier wirklich was los. Da steht eine Frau neben der Strecke mit einem Wasserschlauch. Bitte nicht ! Vor 2 Jahren in Spay war ich so leichtsinnig, und habe mich anspritzen lassen. Die rechte Seite war anschließend inklusive meiner Laufschuhe total nass. Nicht empfehlenswert, wenn Du in diesen Schuhen noch fast 15 km laufen möchtest.

Den Radweg geht es für meine Begriffe mehr hoch als runter. Trotzdem komme ich relativ locker mit meinem 6er Schnitt weiter. Der Puls ist in Ordnung. Ich fühle mich noch gut. Gott sei Dank. Die Grundausdauer ist gottseidank noch da.

Vor mir sehe ich eine Frau gehen im hellblauen Vereinstrikot von meddys lwt. Heidi, was ist los, frage ich, als ich sie erkenne. Mein Puls ist zu hoch, antwortet sie. Sie will erst wieder loslaufen, wenn sich der Puls wieder gesenkt hat. Richtige Entscheidung, finde ich, man sollte sein Schicksal nicht herausfordern.

Da sehe ich plötzlich auf der linken Seite, Michael, den Ehemann von Heidi, er hat heute den Job Bilder von den Vereinsmitgliedern zu machen. Eine Supersache. Ich habe zwar meine Kamera dabei, habe aber heute keinen Nerv während des Laufens zu fotografieren. Deine Frau kommt gleich hinter mir, rufe ich ihm zu.

Weiter gehts. Beim Laufen suche ich mir immer jemanden, der mein Tempo läuft. Wenn man längere Zeit im gleichen Tempo nebeneinander her läuft, kommt man fast immer mit jemand ins Gespräch.

Ich laufe neben einer Frau Anfang 40, und habe diesmal den Eindruck, dass jemand den Spieß umkehrt, und sich an meine Fersen heftet. Gutes Tempo? frage ich neugierig. Es ist mein erster Halbmarathon, sagt sie. Sie überlegt, ob Sie mich duzen oder siezen soll. Läufer duzen sich, sage ich. Leider muß ich mich von der angenehmen Begleitung bald verabschieden, da ihr das Tempo auf Dauer zu schnell ist.


Die nächste Getränkestation naht in Alterkülz, es sind noch ca. 7 km zu laufen. Ich reiße mir mit den Zähnen einen Energiegel auf , und sauge das süße Zeug ein, bevor ich von Helfern einen der vielen roten Wasserbecher gereicht bekomme. Einen Becher trinken, einen weiteren über den Kopf. Sieht ja witzig aus, wenn Helfer die roten Becher aufsammeln, und wie lange Stangen vor sich her tragen. Die Zuschauer, die am Rand der nur paar Meter breiten Strecke stehen, feuern die Läufer mit viel Enthusiamus an. Mich persönlich motiviert das, ich bin kein Fan von stundenlangen, einsamen Läufen gegen die Uhr.

Es geht immer weiter den Schinderhannes Radweg auf der alten Bahntrasse Richtung Simmern entlang. Wir erreichen eine Straßenüberquerung, die von Polizisten abgesichert sind. Da sehe ich ca. 50 m vor mir einen großen Krankenwagen mitten auf der Laufstrecke. Mir schwant sofort übles. Tatsächlich liegt ein Läufer vor dem Wagen und wird von 3 Sanitätern betreut. Ich sehe nur, dass er an einer Sauerstoffmaschine angeschlossen ist, dann bin ich vorbei. Mit sehr gemischten Gefühlen laufe ich weiter. Was wird da wohl passiert sein, schießt mir durch den Kopf. Er ist bestimmt viel zu schnell angelaufen, hat sich übernommen, hat er vielleicht zuwenig getrunken. Alle diese Gedanken gehen einem dann durch den Kopf.

Die Ortschaft Neuerkirch wird erreicht. Ich spüre langsam meine Beine schwerer werden. Es sind nicht mehr viele Läufer zu sehen. Das Feld hat sich weit auseinander gezogen.

Ich schaue nach vorne, ob ich nicht vielleicht Manuela, oder andere Vereinsmitglieder vor mir sehe, und aufschließen kann. Dies würde meiner Motivation gut tun. Es kommt keiner von vorn, wie man beim Radrennfahren sagt. Sie scheinen alle noch ganz gut drauf zu sein.

Die letzte Getränkestation in Keidelheim, auch Cola wird angeboten, was ich dankend annehme.
Was ist mit Endspurt? Bei Kilometer 20 sehe ich auf einmal einen Tunnel vor mir. Dieser ist nur sehr kurz. Scharf rechts rum, dann gehts einen kurzen giftigen Anstieg hoch. Jetzt merke ich, dass ich ziemlich fertig bin. Ich gehe sogar paar Meter, werde dann aber sofort wieder von
anderen Läufern angefeuert, nicht nachzugeben.

Dann geht es gottseidank Berg runter über einen Kreisverkehr Richtung Ziel - dem Schlossplatz in Simmern. Noch paar nicht enden wollende Meter bis zum Ziel, dann ist es vollbracht!
Meine Zeit sagt 2:07, so ganz habe ich den 6er Schnitt nicht durchgehalten, ich bin aber trotzdem zufrieden. Als Belohnung gibt es erstmal alkoholfreies Bier, ziemlich ungewöhnlich, man ist ja als Läufer auf Erdinger alkoholfrei abonniert.

Links zu Fotoalben: http://picasaweb.google.com/franz.broschart/HunsrCkMarathon2007

04 August 2007

Volkslauf in Heimbach-Weis



Eigentlich hatte mir mein Arzt gesagt: Lauf max. 40 minuten, wenn Du Schmerzen hast, höre sofort auf. Aber traumhaftes Wetter heute. Hab meine Frau um 16.00 Uhr von der Arbeit abgeholt, dann sofort ins Auto.


17.05 Eigentlich ist es besser, wenn ich nur die kurze Strecke laufe, 4 km reichen doch aus, ich muß meine Hüfte noch schonen. Ich sage Hüfte, aber der Arzt sagt, es ist eine Muskelentzündung im Bereich des rechten Hüftknochens, hervorgerufen durch zu starke Laufbelastung in der letzten Zeit. Ich bin wahrscheinlich zu schnell gelaufen (hihi !). Vor mir waren immer noch die meisten der Teilnehmer. Schuld an meinem Problem waren angeblich zu alte Einlagen, zu wenig Stütze. Beide Risikofaktoren habe ich seit gestern ausgeschaltet. Neue 2120, neue Einlagen, heidewitzka es geht wieder los.

Zu den 4 km kam ich natürlich zu spät. Lauffreund Wolle " Du läufst die 10". Ohne großen Widerstand sah ich ein, dass dies die einzige Möglichkeit war, mich heute laufmäßig irgendwie noch betätigen zu können.
Aber wenn ich laufe, dann sollte es möglichst schonend sein.


Die doch relativ große Anzahl von Teilnehmern machte mir Hoffnung, dass ich zumindest nicht einsam hinterher zu laufen brauchte.

Ich lief mit meiner Vereinskameradin ( sagt man doch so!) Manuela langsam los. Mein Tempo war ihr dann aber wohl doch zu langsam, schließlich lief sie dann ungefähr 50 m vor mir her.


Meddy kam plötzlich von hinten, ich hatte nicht erwartet von dort noch Beistand zu erhalten. Aber sie war noch in der Regenerationsphase vom Swiss-Alpin Marathon. So liefen wir gemeinsam die ersten beiden Kilometer vom Start am Sportplatz über Felder hinauf zum Wald.

Das schöne Wetter hat auch seine Schattenseiten bei der Hitze, die wir beide nicht so gut vertragen können. Schließlich waren wir endlich froh nach ca 3 km endlich den Schatten im Wald zu erreichen. Dafür ging es jetzt bergauf und bergab, immer im regelmäßigen Wechsel. Was stand in der Streckenbeschreibung - mittelschwer - zutreffend! Da ich mir vor dem Start die Einlaufphase gespart hatte - nach dem Motto " Wenn Du langsam laufst, wofür Einlaufen?" war ich nach 4 km eigentlich locker drauf. Hätte auch ohne weiteres nen Zahn zulegen können. Vor mir lief immer noch in Sichtweite Manuela in gleichem Tempo wie wir. " Die holen wir am nächsten Berg", sagte Meddy.


Dann ging es auf einmal recht zügig wieder Berg runter. Laufen wir schon zurück? Pustekuchen, auf einmal gehts rechts richtig steil hoch, Gott sei Dank nicht so lange, aber es reichte um meinen Puls doch mal hoch zu bekommen, ein Bergläufer bin ich wirklich keiner, da müßte ich noch ca. 6-8 kg abnehmen.

Der letzte Berg, sagt Meddy, die die Strecke laut Ihren Angaben wahrscheinlich auch mit Augenbinde hätte laufen können. Dann gehts nur noch runter. Ich habe noch nie bei einem 10 km Lauf so viele Wasserstationen erlebt. Echt positiv. Berg runter mußte ich mich stark beherrschen. Normalerweise mache ich dabei immer viel Zeit gut, die ich am Berg verliere. Aber heute wollte ich aus bekannten Gründen ja meine Gelenke schonen. Ende September habe ich mich für den Berlin Marathon angemeldet, ich habe keine Lust durch eine weitere Verletzung noch mehr Zeit zu verlieren.


Unsere Manuela können wir endlich einholen, und wir laufen als Trio Richtung Ziel wieder zum Sportplatz in Heimbach - Weis zurück. Keiner von den Damen wollte aus mir unbekannten Gründen vor mir ins Ziel laufen. Bei der Zeit war das ja auch egal. Wir waren ein bißchen mehr als ne Stunde unterwegs. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mal so entspannt bei einem 10er ins Ziel gelaufen bin. Aber dies wird sich in den nächsten Wochen sicherlich ändern.


Fotos http://picasaweb.google.com/franz.broschart/HeimbachWeis2007




















19 Juni 2007