14 Oktober 2007

Drei-Brückenlauf Bonn



Am Sonntag früh fahren Antje und ich auf getrennten Wegen nach Bonn um an einem „ nicht normalen“ Volkslauf teilzunehmen, dem Drei-Brücken-Lauf in Bonn, der bereits seit 20 Jahren stattfindet. Hier ist kein Startgeld zu zahlen. Die Läufer zahlen freiwillige Spenden zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe.

Seit 1997 wurden bisher 42.000 € Reinerlös erzielt. Es besteht allerdings auch ein begrenztes Teilnehmerlimit von 1000 Personen. Ich bin zu spät gewesen, so habe ich mich entschieden „schwarz“ mitzulaufen, da keine Nachmeldung möglich ist.

Um 9.00 startet bereits der 30 km Lauf. Die Sonne scheint schon, es ist strahlend blauer Himmel, allerdings noch ein bisschen kühl.

Nachdem Antje und ich schon den Start über 30 km verpasst haben, startet sie bereits 20 min später über die 10 km. Da ich auf so einer Art Verkehrsinsel direkt vor dem Start stehe, kann ich diesen schön beobachten und fotografisch festhalten.

In der ersten Startreihe stehen 2 mit Nadelstreifenanzügen bekleidete Männer und warten ungeduldig auf den Startschuss. Dann stürmen die Läufer links und rechts an mir vorbei auf die Strecke. Antje habe ich gar nicht mehr wahrgenommen.

Ab ans Auto, umziehen, Kamera weg und an den Start für die 15 km. Vor dem Start treffe ich noch meine alten Lauffreunde Helmut, Ursel, Elke und Rudi, die sich auch alle für diesen Lauf entschieden haben.

Nach dem Start unterhalte ich mich noch einige Minuten mit Rudi über Gott und die Laufwelt, dann verabschiedet er sich nach vorne zu Helmut, der bereits vorausgeeilt ist. Von da an laufe ich mein Rennen allein unter fremden Gesichtern.

Landschaftlich sehr reizvoll bei diesem schönen Herbstwetter laufen wir am Beueler Rheinufer entlang , eine leichte Steigung führt auf die Südbrücke (Konrad Adenauer Brücke) auf die Bonner Seite.

Von der Brücke biegen wir rechts ab in die gerade zu dieser Jahreszeit in allen Farben leuchtenden Parkanlagen hinab ans Rheinufer. Es wird langsam wärmer, ich bin froh ,dass ich relativ dünn gekleidet unterwegs bin. Zwei Brücken sehe ich vor mir, die erste Brücke, die Kennedybrücke, führt auf die Beueler Seite zurück. Hier biegen die 10 km Läufer bereits ab in Richtung Ziel. Ich muss weiter am Rheinufer entlang laufen.

Neugierig werden wir von vielen Touristen beobachtet, die bei dem schönen Wetter ebenfalls schon die Rheinufer bevölkern. Schließlich führt uns der Weg nach links ab, leicht aber stetig ansteigend geht es in einem großen Bogen hoch zur Friedrich-Ebert Brücke und dann über den Rheindamm Richtung Ziel. Die Strecke zieht sich. Ich versuche nochmals durch eine langgezogene Tempobeschleunigung Zeit gut zu machen.

Schließlich sehe ich endlich die Kennedybrücke. Rechts dahinter noch einen Bogen laufen, noch einen kleinen Spurt und dann laufe ich relativ flott durchs Ziel. Die Frage nach meiner Startnummer habe ich mit undeutlichem Gemurmel beantwortet. Ein kurzer Blick auf meine Uhr ergibt eine Zeit von 1:23. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit der Zeit. Rudi und Helmut waren bereits einige Minuten vor mir im Ziel in in 1:19 sowie 1.20. Paar Minuten
später nach 1: 29 laufen Elke und Ursel gemeinsam durch den Zieleinlauf.

Antje steht schon vollständig geduscht und umgezogen da , und begrüßt uns mit mehreren Flaschen alkoholfreiem Erdinger im Ziel. Sie hat eine Zeit von 49:23 erzielt, und ist ganz aus dem Häuschen, als sie auf der später überreichten Urkunde sieht, dass sie sogar erste in ihrer Altersklasse geworden ist. Ich brauch wohl nicht zu erwähnen, dass wir von Kaffee und Kuchen ( insbesondere von letzterem, zumindest was mich betrifft ) nach der Zielverpflegung reichhaltig Gebrauch machen.

Resumee: Der Dreibrückenlauf in Bonn hat uns sehr gut gefallen, die Organisation ist prima,
die Strecke ist schön. Vor allem als Marathontraining z.B. für Frankfurt oder New-York ist der 30 km Lauf zu empfehlen. Die Bestzeiten für die Strecken bei den Herren betragen im übrigen bei 10 km 32,38 und 30 km 1:40:49 (Brahim Chalgoum noch als M20), ist schon paar Jahre her.

Dreibrückenlauf 2007