14 Januar 2008

Winterlaufserie 2.Lauf in Bell



Der Weg ist manchmal schöner als das Ziel -
Was soll ich denn auf einer Laufveranstaltung ohne Stoppuhr? Wie motiviert man sich an dem „heiligen“ Sonntag fast im Dunkeln aufzustehen?
Das gemeinsame Frühstück mit der Ehefrau sausen zu lassen, und ab in die Botanik zu fahren? Raus aus der Stadt, in die Provinz, jwd? Dann noch durch tiefen durchfeuchteten Waldboden im strömenden Regen laufen?

Das waren zuerst meine Gedanken. Na dann viel Spass!
Es kam alles ganz anders.

Ein Blick aus dem Schlafzimmerfenster über die Rheinlaache in Richtung Oberwerth nach Osten zeigte mir, dass dieser Tag wettermäßig super werden würde. Die Scheiben der Autos vorm Haus waren beschlagen, die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber es konnte nicht mehr lange dauern.

Um kurz vor halbneun fuhr ich dann mit dem Auto los - über die B9, auf die A48 Richtung Mayen. Immer den Blick gen Osten gerichtet, wollte ich den Moment des Sonnenaufganges nicht verpassen.

Beim nächsten Parkplatz raus und meine Spiegelreflexkamera ausgepackt. Dann der Albtraum für jeden Hobbyfotografen. Der Akku war leer. Dann blieb mir nichts anderes übrig als meine kleine Digitalkamera zu nehmen, um wenigstens zu versuchen, das Naturschauspiel festzuhalten. Ich machte nur 2 Bilder und fuhr weiter.

Ausfahrt Mendig raus. Alles war weiß vom Reif auf den Feldern. Bell lag im Nebel vor mir.



Durch Bell hindurch, der Beschilderung Sportplatz folgend, erreichte ich dann nach einigen
Zwischenstopps gegen 9 Uhr den Parkplatz am Sportplatz in Bell.

Kurz nachdem ich dort ankam, zeigte sich auch hier die Sonne. Der Boden richtig gefroren, nichts mit Laufen im Schlamm, wie befürchtet.

Direkt am Sportplatz hinter den Umkleidekabinen befindet sich ein kleines „ Vereinslokal“, wo die Anmeldungen erfolgen.

Je Lauf sind lediglich 2 € zu bezahlen. Du bekommst eine Startnummer, die aus einem großen Zettel besteht. Alle Startnummern werden dann sortiert am Eingang des Sportplatzes befestigt. Nach Durchlaufen einer 2,5 km langen Runde durch den Wald wird diese Runde auf Zuruf durch eine Lochung des Zettels dokumentiert. Jeder kann so viele Runden in den 3 Stunden bewältigen, wie er möchte.

Kurz nach mir erscheinen dann noch Antje und Jörg, und wir legen los. Beim Start entdecke ich die Startnummern von Meddy und Bernhard, die inzwischen schon bei der zweiten Runde sind.

Leichtes Warmlaufen gibt es nicht, dafür direkt hinter dem Start eine unangenehme Steigung, die Jörg und mir gerade in der ersten Runde zu schaffen macht. Antje war bereits nach wenigen Metern allein vorgelaufen. Über einen Grillplatz hinweg geht es dann durch hohe Felsen hindurch in den Wald hinein. Sieht richtig romantisch aus.

Dann geht es nach rechts plötzlich steil hoch, Gott sei Dank nur kurz. Schon wieder hängen wir oben angekommen in den Seilen. Dann geht es über ausgedehnte relativ bequeme Waldwege in einem großen Rundbogen wieder zurück zum Sportplatz, wo schon ein Laufkamerad steht, der darauf wartet, dass er wie ein Schaffner unsere Startnummern durchlöchert. Dann getreu nach dem Motto „ Und ewig grüßt das Murmeltier“ laufen wir unsere 6 Runden , das sind 15 km.

Ca. 170 Läufer und Walker nahmen an der Veranstaltung teil. Die Ergebnislisten zeigen, dass sich zum Teil komplette Familien an der Aktion beteiligen. Da laufen Großvater mit Enkelkindern, Mami, Papi mit dem jüngeren Sohnemann etc. Hier ist wirklich nicht die Leistung entscheidend, sondern die gemeinsame Aktion.

Ansonsten wird alles geboten, was man als Läufer gerne nach dem Laufen in Anspruch nimmt: Belegte Brötchen mit Käse und Wurst, Rindswurst mit Brötchen, Kaffee, Tee und Kuchen. Auch das Duschen danach ist unproblematisch möglich. Alles in einer angenehmen
ruhigen Athmosphäre. Auch aus diesem Grunde kann ich diese Veranstaltung uneingeschränkt empfehlen. Besonders wenn der Wettergott es so gut mit uns meint.

(Für weitere Fotos und Diashow folgendes Foto anklicken)