09 November 2008

Stadtlauf Neuwied 2008

Dieses Jahr kein Bombenalarm in Koblenz - kein Karnevalsanfang - nur das Wetter ist genauso unfreundlich wie letztes Jahr. Über Neuwied ist der Himmel dunkel, und es regnet in Strömen. Warum konnte der Lauf nicht gestern sein?

Sonja und ich beabsichtigen dieses Jahr gemeinsam die Sache anzugehen, nachdem mein erster Versuch im letzten Jahr bei Regen und Gegenwind eine gute Zeit zu laufen, leider gescheitert war. Sonja erzählte, sie wäre gerne letztes Jahr gelaufen, sie war sogar in Neuwied, aber irgendwie hätte Sie den Start nicht gefunden, und sei dann frustriert wieder heimgefahren. Wenn ich ehrlich bin, bei dem Wetter kam mir auch kurz der Gedanke wieder
kehrt zu machen, und zu Hause gemütlich die Beine hochzulegen.

Ich kenne den Weg noch vom vorigen Jahr. Auch das Parkhaus in der Innenstadt in unmittelbarer Nähe des Start- und Zielbereiches. Karte zum Parken haben wir nicht, brauchen wir auch nicht, wir fahren zum Ausgang rein, sehr praktisch.

In der Halle herrscht schon großes Gedränge. Wir müssen uns erst anmelden. „15 Euro“ so viel habe ich gerade noch dabei, Schwein gehabt, meint Sonja.

10 km Straßenlauf – Ein Lauf der Läufe um den Rhein-Wien Cup. Ca. 250 Läufer- und Läuferinnen wollen heute teilnehmen.

Einen Platz in der Halle haben wir auch schnell. Dieses Mal wird Meddys LWT nicht die stärkste Gruppe werden - mit Anke, Günter, und später noch Jens sind wir eher ein kleines Häuflein. Die gleiche Frage wie immer bei so einem Mistwetter. Was ziehen wir an? Es ist doch nur nass und nicht kalt! Und wir wollen doch heute keine 30 km laufen, sondern schnelle 10 km. Schließlich entscheiden wir uns. Ein Langarmshirt muss reichen. Keine Windjacke! Nehmen wir uns ein Beispiel an den Cracks in Singlet und Shorts!

Draußen regnet es wieder. Pudelnass kommen dauernd Läufer in die Halle. Die Bambini müssen wirklich im Regen laufen!

Als wir uns eine Viertelstunde vor dem Start warm laufen, hört es tatsächlich fast auf. Ab zum Start. Fast kommen wir zu spät. Es ist überhaupt nicht kühl. Gott sei dank, dass wir nicht mehr angezogen haben.

In der 6. oder 7. Reihe reihen Sonja und ich uns ein. Und los geht’s. Die Strecke ist ein flacher Rundkurs, der 5 x durchlaufen werden muss. Die jeweiligen Lauf-km sind optimal beschildert, so dass wir die Geschwindigkeit gut kontrollieren können. Da Sonja mit Ihrer gps-Uhr hervorragend ausgerüstet ist, fällt ihr nach 500 m schon auf: Wir sind zu schnell!

Da vorne der ältere Herr, den kenne ich, der läuft immer knapp unter 50 min, meint Sonja.
Prima, da halten wir uns mal dran. Nachdem wir das Tempo ein bisschen drosseln, laufen doch viele an uns vorbei. Haben wir uns soweit vorne aufgestellt?

Schließlich haben wir unser Tempo gefunden, und wir laufen strikt nach Vorgabe unsere Runden ( wen es interessiert 4,54/4,50/5,02/4,59/ 5,05 min/km Zwischenzeit 5 km 24,56!).

Es fängt wieder stärker an zu regnen. Macht nichts. Hauptsache kein starker Gegenwind in den Häuserschluchten.

Bei km 6 und 7 werden wir etwas langsamer. Sonja scheint nicht mehr ganz so gut drauf zu sein. Und ich habe Angst zu beschleunigen, es ist noch weit bis zum Ziel.

Schließlich, noch 1,5 km vor dem Ziel bekommt Sonja Probleme das Tempo zu halten. Sie merkt, dass es bei mir noch ganz gut läuft. „ Mach, lauf los“, kommt ihre Aufforderung. Noch ungefähr 800 m, ich verlängere die Schrittlänge und beschleunige das Tempo. Es geht tatsächlich richtig gut. Hole auch einige vor mir noch ein. Dann sehe ich auf einmal schon in Sichtweite Anke laufen, was mich dann nochmals anspornt, nochmals einen kleinen Spurt hinzulegen. Schließlich komme ich 20 sek. nach Anke ins Ziel, die mich überrascht erblickt.
So schnell hatte sie mit mir nicht gerechnet. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Sonja kommt kurz darauf ins Ziel. Meine Zeit. Keine Ahnung. Vor lauter Aufregung wieder vergessen, direkt abzustoppen. Sonja meint: Ich habe ca. 50:40 gestoppt.

Ab in die Halle, das übliche Prozedere, Umziehen, Kaffee und Kuchen, Erdinger mit Glas abholen und Siegerehrung gucken. Sieger Sebastian Leins 33:10. Jens ist 38. mit 40:48.
Bei der Siegerehrung W60 das gewohnte Bild. Auf dem Siegertreppchen stehen die zwei Rosis. Die eine aus Weitersburg, die andere unsere Rosi von Meddys LWT. Die Rosi Schmalebach hab ich doch überholt. Die war ein ganz Stück hinter mir. Wie schnell war die? 50:39. Ich wird immer aufgeregter. Anke und ich wollen unbedingt unsere Zeiten wissen.

Aber erst kurz vor unserer Heimfahrt werden die Ergebnisse an der Wand befestigt. Ich finde mein Ergebnis nicht. Da fällt mir auf einmal Anke begeistert um den Hals. Sie hat bessere Augen als ich, oder ne bessere Brille. Du hast es geschafft! 49:48 min! 1.Bestzeit unter 50 min! Auch Sonja hat ihre alte Bestzeit unterboten, wenn auch nur um Sekunden.

Beide sind wir überzeugt, dass das gemeinsame Training in Vorbereitung der
Marathonläufe in Berlin und Essen uns in gute Form gebracht hat. Auf der Rückfahrt werden schon neue gemeinsame Pläne geschmiedet.

Letztes Jahr schrieb ich noch über die Strecke, die Strecke in Neuwied sei ziemlich eintönig.
Man fühle sich sehr schnell wie ein Hamster, der im Rad rund läuft. Wenn man ein Erfolgserlebnis hat, sieht man das wohl nicht mehr ganz schlimm.

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